Menschen, die sich engagieren

Wer wir sind

Esther Ministries e.V. ist ein freier Träger mit Sitz in Stuttgart und seit Januar 2025 Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Der Verein hat sich auf die niedrigschwellige, parteiliche Unterstützung von Frauen* in Not spezialisiert – mit einem besonderen Fokus auf Frauen*, die Erfahrungen mit Zwangsprostitution, Menschenhandel und Gewalt gemacht haben. Das Personal verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Beratung und Begleitung und über ein umfangreiches Netzwerk.

Die Arbeit des Vereins orientiert sich an den Grundsätzen der Menschenwürde, geschlechtersensibler Hilfeplanung sowie Empowerment und strebt nachhaltige Lösungen an. Als Organisation sind wir politisch und religiös unabhängig und orientieren uns an demokratischen Grundwerten.

Wir verstehen uns als Organisation der Sozialen Arbeit, die nach fachlichen Standards arbeitet, transparent handelt und die Bedürfnisse der betroffenen Frauen* konsequent in den Mittelpunkt stellt.

Unsere Arbeit ist geprägt von Innovationsbereitschaft und dem Mut, neue Wege zu gehen. Für unser Engagement wurden wir mit der Ehrung zum Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen ausgezeichnet. Zudem erhielten wir von der Deloitte Stiftung den Preis „Hidden Movers“ für die Entwicklung eines innovativen Deutschkurses im Bordell. Dieses niedrigschwellige Bildungsangebot stellen wir inzwischen auch anderen Organisationen zur Verfügung und tragen so zur bundesweiten Weiterentwicklung der Praxis bei.

Unsere Mission

Wir setzen uns für eine Gesellschaft ohne Gewalt an Frauen* und Kindern ein und engagieren
uns für die Stärkung von Frauenrechten sowie soziale Gerechtigkeit.

Jede Frau* und jedes Mädchen hat das Recht auf Schutz, Unterstützung und Zugang zu Hilfe – unabhängig
von Aufenthaltsstatus, rechtlicher Situation oder individueller Lebenslage.

Wir treten zugleich für eine Soziale Arbeit ein, die niemanden ausschließt und auch Menschen in
hochbelasteten und schwer erreichbaren Lebenslagen konsequent einbezieht.

Unsere Grundwerte

Wir stehen für soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und eine klare Haltung gegen Diskriminierung und Rassismus. Vielfalt verstehen wir als Stärke und Grundlage unseres Handelns.

Im Zentrum stehen die Rechte von Frauen*, insbesondere von marginalisierten und besonders verletzlichen Gruppen. Wir fördern Chancengleichheit auch im Hilfesystem und setzen uns für strukturelle Verbesserungen beim Zugang zu Leistungen ein.

Als gemeinnützige und mildtätige Organisation handeln wir verantwortungsvoll, transparent und wirtschaftlich effizient, stellen jedoch stets den Schutz und die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt. Diese werden aktiv einbezogen und erhalten Mitbestimmung in relevanten Prozessen.

Unsere Arbeit erfolgt auf Grundlage fachlicher Standards, wird von qualifiziertem Personal getragen und ist eng mit relevanten Netzwerkpartnern abgestimmt.

Unser Ansatz: niedrigschwellig, aufsuchend, inklusiv

Wir arbeiten bewusst niedrigschwellig und inklusiv, um auch Menschen zu erreichen, die vom bestehenden Hilfesystem nur schwer erreicht werden.

Dazu gehören insbesondere Frauen in stark belasteten, verdeckten oder ausbeuterischen Lebenssituationen, etwa in der Zwangsprostitution oder anderen Formen schwerer Gewalt und Abhängigkeit.

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist der aufsuchende Ansatz: Wir gehen aktiv dorthin, wo Menschen sonst kaum Zugang zu Hilfe finden, und bauen schrittweise vertrauensvolle Beziehungen auf.

Besonderes Augenmerk gilt Frauen mit psychischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen, die zusätzliche Hürden beim Zugang zu Unterstützung erleben. Unser Ziel ist es, individuelle Zugänge zu ermöglichen und bestehende Ausschlussmechanismen zu überwinden.

Mit Auftraggebern und Partnern arbeiten wir eng, abgestimmt und transparent zusammen.

Unser Team ist international, mehrsprachig, interdisziplinär und fachlich qualifiziert. Flexible, gesundheitsfördernde und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind Teil unserer Organisationskultur. Wir verstehen uns als lernende Organisation und fördern die fachliche und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Qualität, Strukturen und Prozessen ist fester Bestandteil unseres Selbstverständnisses. Dabei orientieren wir uns an die fachlichen Standards des Verbands Landesnetzwerk der Fachberatungsstellen für Menschen in der Prostitution e.V., sowie auch an die Qualitätsempfehlungen des Paritätischen Gesamtverbandes in den verschiedenen Bereichen.

Unsere Geschichte

Esther Ministries startet als eine kleine Gruppe von Ehrenamtlichen, die Frauen aus dem Rotlichtmilieu begegnen und privat helfen.

Die erste Frau wird aus der Zwangsprostitution befreit – in guter Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Polizei und dem SEK. Kurz darauf wird die erste Aussteigerwohnung angemietet und eine Frau aufgenommen.

Im Dezember 2014 kommt es zur Gründung des gemeinnützigen Vereins „Esther Ministries Stuttgart e.V.“ Die Gründerinnen sind schon länger als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und als Übersetzerinnen im Café LaStrada in Stuttgart tätig. Aus dieser Erfahrung wissen sie, was es braucht, damit ein Ausstieg funktioniert.

2014 können wir insgesamt acht Frauen beim Ausstieg begleiten.

Zwei weitere kleine Wohnungen werden angemietet und direkt mit Frauen belegt. Wir begleiten insgesamt 20 Frauen beim Ausstieg und sind zum Teil bis heute in freundschaftlichen Beziehungen mit ihnen.

Ein Stricher steigt aus, den wir begleiten; er findet eine normale Arbeit und kommt durch unsere Hilfe in einem Männerwohnheim unter. Ebenfalls begleiten wir einen Zuhälter in eine Arbeit außerhalb des Milieus, sodass er keine Frauen mehr zum Anschaffen schicken muss.

Wir stellen zusammen mit „Gemeinsam gegen Menschenhandel“ einen EU-Antrag auf Förderung für ein Projekt in Stuttgart. Dieser wird Ende 2016 bewilligt.

Wir wechseln von einzelnen Wohnungen in eine größere WG. Hier können wir drei weitere Frauen aus der Prostitution heraushelfen und die anderen weiterhin betreuen. Eine andere Frau, die in Stuttgart aussteigen will, aber für unsere WG nicht geeignet ist, können wir an eine befreundete Organisation vermitteln.

Im April stellen wir unsere erste Sozialarbeiterin ein, zunächst auf Minijob-Basis, bis eine Vollzeitstelle finanziert werden kann.

Wir erhalten die Förderung für die Identifikation von Prostitutionsstätten im Raum Stuttgart. Für dieses EU-Projekt „GIPST“ (German Integration Program for Survivors of Trafficking) stellen wir eine Teilzeitkraft mit 50% ein.
Unsere Arbeit für das Projekt „GIPST“ erhält die Abnahme und Anerkennung durch die EU.

Das erstellte Mapping kann gerne hier eingesehen werden. Bei Verwendung der Daten bitten wir um die Angabe der Quelle.

Unserem Projekt „Deutschkurs im Bordell“ wird der Hidden Movers Award als vorbildliches Sprachförderungsprojekt verliehen.

Wir finden eine neue Wohnung, in der wir weitere Frauen unterbringen können und mieten neue Büroräume an. Diese bieten genügend Platz für unser stetig wachsendes Team.

Corona-bedingt erreichen uns bis zu drei Anfragen pro Woche von Frauen aus dem Rotlichtmilieu, die Hilfe benötigen. Wir können viele Notplätze vermitteln.

Für den Deutschkurs professionalisieren und konzeptionieren wir die Unterlagen weiter. Zur Unterstützung werden uns zwei Personen von der Deloitte Stiftung für eine halbjährige Pro-bono-Beratung zur Seite gestellt.

Wir benennen uns in „Esther Ministries e.V.“ um, da wir uns mittlerweile nicht mehr nur in Stuttgart engagieren.

Wir starten unsere Präventions- und Aufklärungsarbeit in Bulgarien. In Kooperation mit lokalen Organisationen besuchen wir Armutsviertel vor Ort und bauen strategische Multiplikatoren aus. Wir nehmen Kontakt mit ehemaligen Aussteigerinnen auf, die in der Nachsorge mitarbeiten werden.

Der Deutschkurs in Form von 5 ausführlichen Modulen wird veröffentlicht und Partnerorganisationen zur Erprobung zur Verfügung gestellt.

Unser Netzwerk in Bulgarien wächst und wir veranstalten eine Konferenz, zu der unterschiedliche Multiplikatoren aus ganz Bulgarien kommen. Wir stellen die Weichen für eine Nachsorgearbeit vor Ort, um Rückkehrerinnen auffangen zu können.

Wir bauen unsere Präventionsarbeit aus und schulen einige Mitarbeiterinnen im „Liebe ohne Zwang“-Konzept, die nun 1x im Monat von Schulen eingeladen werden. Wir erweitern unser Angestelltenteam in der Öffentlichkeitsarbeit, weil wir mehr zu Vorträgen und Themenabenden eingeladen werden.

Wir etablieren eine Fachberatungsstelle für Opfer sexueller Ausbeutung und starten zwei neue Projekte: R.O.S.A. (Roma-Frauen aus Osteuropa stärken durch Arbeit, einschließlich eines Wohnprojekts für Aussteigerinnen) und das Social Media-Projekt How.to.Zukunft, um Jugendliche gegen Ausbeutung zu sensibilisieren.

Für unseren Einsatz gegen Zwangsprostitution wurden wir mit der Theodor-Haecker-Ehrung der Stadt Esslingen ausgezeichnet. Durch unsere aktive Medienpräsenz verleihen wir den Stimmen unserer Klientinnen – den Betroffenen von Zwangsprostitution – Gehör.

Wir feiern unser 10-jähriges Bestehen. In diesem Jahr werden 8 neue Klientinnen aufgenommen, wobei etwa 80 % Romafrauen aus Osteuropa sind.

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